Am Freitag nachmittag hab ich mich auf den Weg in Richtung Norden gemacht. Für die ersten 10 KM hab ich locker eine dreiviertel Stunde gebraucht. Feierabendverkehr im Ruhrgebiet.
Als ich erst einmal auf der 43 war, gings flott.
Um ca. 21 Uhr war ich endlich in Hamburg. Jagolina hatte schon eine herrliche Tomatensuppe gekocht und auch der Wein wartete darauf, atmen zu dürfen.
Bis 3 Uhr nachts hatten wir uns das nötigste erzählt und sind erst einmal schlafen gegangen. Der nächste Morgen war sonnig. Ideal, um einen Bummel durch Ottensen zu machen.
Ein niedlicher Markt erwartete uns mit Köstlichkeiten.
Ausgefallene Läden mit allerlei Schnickschnack zogen uns magisch an. Das kleine Einkaufszentrum bot uns alles, was das Herz begehrt. Dagegen ist die Mönckebergstrasse ein Dreck.
Erstmal einen kühlen Weißwein, so shoppt es sich leichter.
Stundenlang haben wir uns hier aufgehalten, dies und das angeschaut, um dann ein weiteres Weinchen in uns zu kippen.
Mit den neu erworbenen Schätzen inkl. Schatztasche sind wir dann erst mal wieder Richtung Jago-Wohnung geschlendert.

Bis zur Elbe ist es nur einen "Katzenwurf" entfernt. Schnell die Taschen verstaut und weiter ging es.

Vorbei an schönen, blumigen Eingänge - ab in den Biergarten mit Blick auf die Elbe.

Jetzt erst einmal ein kühles Becks!
Herrlich, so kann man das Leben geniessen.
Es gab prima Lästermaterial, der Kerl mit dem gelben Fiffi und die Herrenrunde, einer mit rosa Hemd, der Rädelsführer, sowie der peinliche Kerl mit den Motivsocken unter der Hochwasserhose, darüber der 80er Jahre Seidenblouson. Hölle!
Leider ist so ein Glas schnell leer und Nachschub muß her. Geht doch auch.
Leicht angetüddelt sind wir erst einmal nach Hause: Duschen und aufhübschen!
Danach ab zu Katjas Lieblingsgriechen. War ganz schön gut besucht, aber wir bekamen ein nettes Plätzchen. Neben uns ein Tisch mit 4 Kerlen, auf der anderen Seite becherten ca. 8 Jungs hingebungsvoll ihr Bierchen.
Der 4er Tisch wollte besonders charmant sein, lobte unsere Attraktivität und mutmaßte folgend über unseren Familienstand:
"Seid ihr verheiratet?""Nein, so weit sind wir noch nicht!" gab ich zurück.Haben die Dösbacken natürlich nicht kapiert und wurden dann intimer:"Ihr seid bestimmt geschieden und Euer Traum ist ein Reihenhaus mit Garten, der Hund und ein Kerl, der die Kohle anschleppt!"Ne is klar. So sehen wir also aus, wie geschiedene Tussen, die in Hamburg auf der Suche nach finanzkräftigen Dorftrottel sind, die uns unser armseliges Leben finanzieren.
Mir hat dieser Satz bereits gereicht um die Idioten mit Missachtung zu strafen.
Ouzo kam - für die Dorfrebellen auch. Bevor die Lethargen aber ihr Glas erheben konnten, hatten wir uns schon die Kehle gewärmt. Angesäuert mokierten sie unseren Trinkstil. "Wenn ihr wie Mädchen trinkt....." war Katjas Kommentar.
Jetzt wollten sie uns so richtig zeigen, welchen Charme sie besitzen. Der schlimmste von allen - mit einem VODAFONE Shirt sagte zu Katja:
"Würden Sie für 500 Euro mit mir schlafen?" Sie schaut ihn nur verächtlich an und er sagt: "Schade, ich hätte das Geld gut gebrauchen können!"Der Schenkelklopfer schlechthin. Ab dem Zeitpunkt habe ich überhaupt nicht mehr reagiert, auch nicht auf "Hallo, hallo". Sie tuschelten noch über den bevorstehenden Abend, immerhin so laut, dass wir den Eindruch bekommen mussten, die Hechte ziehen noch so richtig auf den Kiez und legen dort reihenweise (Nutten) Frauen flach.
"Ihr kommt aber auch nicht oft raus", so Katjas Kommentar.
Als die Ärsche endlich in Aufbruchsstimmung waren, versuchten sie noch über die Jungs vom Tisch nebenan zu spötteln, an dem einer seinen Jungesellenabschied feierte.
Klar, sie selbst waren verheirat, ackerten fürs Häuschen und Mutti ließ sie nur sonntags ran,wenn überhaupt .
Endlich waren sie weg und wir kamen mit dem Jungesellenabschiedsclub ins Gespräch. Das war noch ausgesprochen nett.
Die Jungs waren sehr nett, schwärmten in höchsten Tönen von ihren Frauen und unterhielten uns intelligent.

Keine Spur von Anmache oder Opa-Sprüchen.
„Geht ihr noch mit tanzen?“ Klar wir waren dabei und machten uns auf den Weg zum Bahnhof, um zum Kiez zu fahren.
Bei Burger und Bier haben sie es sich aber anders überlegt und wollten lieber noch ein Bierchen bei Olli trinken (und kiffen)
OK, wir sind dann also allein auf den Kiez gefahren und in Buddy´s Bar gelandet. Eigentlich ganz nett der Laden. Deutsche Hits (Moskau, wirf die Gläser an die Wand...) 80er Jahre Songs und jede Menge Menschen zwischen 16 und 25. Ich kam mir etwas alt und albern vor.
Das
"Herzblut" war sonst immer ein netter Laden, mit gemischten Publikum. Also sind wir dorthin. Leider mit dem gleichen Ergebnis: Wir sind zu alt für diese Scheiße.
Der Taxifahrer hat uns gut nach Hause gebracht.
Gestern morgen hatte ich leichte Kopfschmerzen. Aber die Heimfahrt war ok, bis auf d
en Zwischenfall!Ich war trotzdem todmüde - außerdem hat sich mein
mobiler Freund dann heute morgen mal wieder überlegt, nicht anzuspringen.