Posts mit dem Label Nachgedanken werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Nachgedanken werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 6. Juni 2008

Wiedersehen mit alten Freundinnen

Endlich habe ich es geschafft, mir "Sex and the City" anzuschauen. Den Film natürlich. Es war schon ein bisschen, wie ein Wiedersehen mit guten Freundinnen.

Es war auch irgendwie wie immer. Natürlich sind die Mädels auch älter geworden, zum Glück! Miranda war immer noch mit Steve zusammen, was sich im Laufe des Film mal wieder änderte.
Carrie und Mr.Big haben es auch geschafft und Mr. Big kauft ein schweineteures Penthouse in Manhattan, für beide.
Außerdem macht er Carrie einen total unromantischen Heiratsantrag.
Samantha lebt mit dem tollen Smith in L.A. und Charlotte mit dem niedlichen Chinesen-Adoptivkind und dem breitgesichtigen Anwalt schick in Manhattan.

Wie langweilig. Im Laufe des Films ändert es sich selbstverständlich. Steve vögelt mit ner anderen. (WER NIMMT DEN DENN??) und Miranda verlässt ihn.
Mr. Big lässt Carrie am Hochzeitstag sitzen, das Quartett fliegt nach Mexiko und arbeitet die Beziehung auf.

Ein heiteres Movie, die üblichen Sprüche, Wechselbäder der Gefühle.

So mancher Seufzer ist mir entrungen, nicht nur bei den Manolo Blahniks.
EInsam an Silvester zuhause sitzen ist schon grauenhaft. Wenn dann nicht mal der Spruch im GLückskeks aufheitert, umso bitterer.

Mir ging viel durch den Kopf. Die vielen gemeinsam verbrachten Dienstag-Abende mit den damaligen Freundinnen.
Wir haben es zelebriert. Mit Sekt und Knabbereien. Wir haben mitgefiebert, für Aidan geschwärmt, Mr. Big gehasst und Anteil genommen.

Die vielen Situationen, die, wenngleich übertrieben, trotzdem aufs eigene Leben adaptierbar waren.

Heute haben wir keinen Kontakt mehr. Freundschaft hält im richtigen Leben oft nicht stand.
Wenn der Neid oder die Eifersucht eine Rolle spielen, Besitzansprüche und Rechtfertigungsansprüche ihren Platz erobern, ist es schnell vorbei mit "guter Freundin."

Es tut mir nach wie vor leid und ich frage mich, was sie wohl so tun?

Carrie & Co. zeigen uns, wie es sein soll: Man muss sich auch mal die unbeliebte Wahrheit sagen dürfen, man darf auch sauer auf den anderen sein. Man muss sich auch mal aus dem Weg gehen. Wenn es dann immer noch Freundschaft ist, dann ist der Titel "Freundin" erworben.

Zum Glück habe ich noch einige Freundinnen, die mich respektieren und mir Glück gönnen.

So saß ich also im Kino, ein bisschen wehmütig, aber auch zuversichtlich. Aus der Serie, die Frauen "um die 30" Hoffnung machte, ist ein Film geworden, in dem Samantha ihren 50. Geburtstag feiert.

Sie war ganz die alte - und das nehme ich ihr ab.

Mir hat er gut getan. Es gibt auch sicher kein Nachfolgemovie. Auch gut.

Montag, 28. April 2008

Wir spielen Cowboy und Indianer...

Früher haben wir Räuber und Gendarm, Cowboy und Indianer gespielt. Klar, es wurden Gefangene gemacht, gefesselt und auch schon mal erschossen. Platzpatronen haben so herrlich geknallt.

Heute spielen die Kinder anders, gestern bei meinen Eltern: Wir stehen am Zaun zum Wirtschaftsweg, als ein Junge mit einer Spielzeugpistole (die sehen aber verdammt echt aus!) aufgeregt den Weg entlangläuft.
"Was spielst Du denn?" fragt meine Mutter.
"Wir haben da vorne Geiseln genommen und gleich kommt noch ein Polizist!"
Aufgeregt hat er mit seiner Pistole herumgefuchelt.
"Und was bist Du dann?" fragt Mama.
"Ich bin der Terrorist!"

So ändern sich die Zeiten.

Donnerstag, 3. April 2008

Udo Lindenberg..

hat ein neues Album. "Kann der nicht mal in Rente gehen?" habe ich mich gefragt.
Zugegebenermaßen war ich früher mal ein großer Udo-Fan, so bis Anfang der 80er. Danach fand ich ihn eher peinlich.

Gestern abend habe ich im Radio einen Song gehört: Udo + Silbermond.
Bevor ich mich aufregen konnte, gefiel mir der Song.
Deutlich Lindenberg gefärbt, aber durchaus modern, die Stimme von Stefanie harmonierte klasse.
Ja, es gefällt mir!
Hier der Text:

Man ist komplett cool
Man denkt digital
Das Herz ist aus Eisen
Und die Nerven sind aus Stahl
Man ist in Sachen Liebe
Nicht interessiert und ganz immun
Man wird besonders süße Sachen
Natürlich niemals tunVergiss nie
Wir haben einen Deal
Ich lieb dich nur ein bisschen aber nicht zu viel

Richtige Liebe ist, sein wir mal ehrlich
Richtige Liebe ist viel zu gefährlich
Nein das Große das wir haben
Das setzen wir nicht auf’s Spiel
Darum lieb ich dich nur ein bisschen aber nie zu viel
Du gehst mirAm Arsch vorbei

Obwohl’s auch gut ist
Wir zwei
Denn manchmal
Machst du’s mir schwer
Dann gibt es auch bei mir
Keine Gegenwehr mehr
Fast so als ob ich dich schon immer kannte
Sind wir wie zwei Seelenverwandte
Doch keinen Grund den Verstand zu verliern
Und dabei Kopf und Kragen zu riskiern
Vergiss nie
Wir haben einen Deal
Ich lieb dich nur ein bisschen aber nicht zu viel
Richtige Liebe ist, sein wir mal ehrlich
Richtige Liebe ist viel zu gefährlich
Nein das Große das wir haben
Das setzen wir nicht auf’s Spiel
Darum lieb ich dich nur ein bisschen aber nie zu viel
Leute wie wir
Bleiben immer schön cool
Wir tragen immer
Das Pokergesicht
Tiefe Seele
Geht keinen was an
Große GefühleZeigen wir nicht
Richtige Liebe ist, sein wir mal ehrlich
Richtige Liebe ist viel zu gefährlich

Nein das Große das wir haben
Das setzen wir nicht auf’s Spiel
Darum lieb ich dich nur ein bisschen aber nie zu viel
Darum lieb ich dich nur ein bisschen aber nie zu viel

Seufz, schöner Text, dabei fiel mir auf, dass doch so einige Songs von Udo für mich bedeutungsvoll sind. Irgendwie, immer wieder.

Mittwoch, 2. April 2008

Was kann man noch kaufen?

Im Laufe der Zeit häufen sich die Lebensmittel, Läden, Dinge und Orte, die man meiden muss.

Hier meine Liste:

Nicht mehr einkaufen bei:
Schlecker (Abzocker)
LIDL (Spione)
WAL-Mart (Spione und Abzocker)

Diese Lebensmittel kann man nicht mehr kaufen:
Rindfleisch vom Discounter /Supermarkt
Schweinefleisch vom Discounter/Supermarkt
Hühnerfleisch vom Discounter/Supermarkt (Gefahr von Gammelfleisch)
Honig (wegen der vergifteten Bienen)
Gemüsesorten aller Art (gentechnisch verändert oder mit Gift behandelt)
Obstsorten aller Art (s.o)
Tee, Beeren, Nüsse etc aus div. Ländern (konterminiert!)
Chips (DARUM!)
Fisch generell (DARUM!)
Thunfisch (DARUM!)
überhaupt alles, wo NICHT Bio draufsteht (weil es IN ist)

Urlaubsländer, die ich meiden vielleicht werde:
Türkei und viele andere islamischen Länder (DARUM!)
USA (DARUM!)

Und...
Klamotten, Schuhe, Möbel, Spielzeug etc aus China (DARUM!)
Teppiche aus Indien, Pakistan, Nepal etc (DARUM!)

War das Leben früher nicht einfach?

Die Liste ist sicher noch viel umfangreicher. Ich werde sie bei Bedarf vervollständigen.

Oder Euch fällt noch mehr ein?

Montag, 31. März 2008

Zeitumstellung inklusive

Irgendwie finde ich das total bescheuert mit der Sommer/Winterzeit. Von mir aus sollte es immer Sommerzeit sein. Und außerdem habe ich Frühdienst und konnte eine gefühlte Stunde eher aufstehen.

Nun gut, dafür ist es ja abends länger hell und nachts kälter als draußen.
Gestern war es so herrlich warm und ich habe den Frühlingstag genossen in dem ich alle Fenster geputzt habe - das sind nicht wenig. Komischweise finde ich es hinterher immer total klasse, durch die geputzten Fenster zu gucken.

Auch bescheuert, woraus ich meine Befriedigung ziehe. Ist das noch normal?

Ha, toll - Fenster geputzt!

Dafür waren wir gestern abend bei Brotherbull an his Girl zum Essen eingeladen. Lecker indisch - war das gut! Muss ich auch mal kochen.

Donnerstag, 14. Februar 2008

Komische Gedanken

Es gibt Zeiten, in denen ich mein Leben Revue passieren lasse und mich frage, was denn alles noch passieren muss?
Gestern war wieder so ein Tag. Ich stehe vor meinem xxxten Umzug. Ich kann sie schon gar nicht mehr zählen.

Beim Einpacken fiel mir eine CD in die Hand - Hildegard Knef. Meine damals beste Freundin hat sie mir einmal geschenkt, mit dem Hinweis auf ein Lied. "Ich zieh mal wieder um".

Ich zieh mal wieder um
ich steh um mich herum
es wird mir schon zu dumm
ich zieh mal wieder um

Vertraute Kisten
ungenaue Listen
Koffer und Taschen
halbleere Flaschen

Und kahle Wände
am Ende bleibt nichts als Wände
und zwei, drei Jahre Ich

Was hier geschah
was ich geliebt
was mich betrübt
es ist verpackt
und ich steh nackt
splitterfasernackt
in Mantel und Hut
in Stiefel und Kleid
und bin nicht bereit
das Neue anzugeh’n

Ja, ich gab alles preis
privat blieb nichts
und Listen sprechen ihre eigene Sprache
manches an dem mein Herz geklebt
lebt leis’ in Kisten
auf regennassen Straßen

Und alles was im Schatten stand
geriet im Licht außer Rand und Band
es füllt den neuen Platz
zwischen Wänden und nichts wird enden
da wo’s hingehört

Ja ich, ich zieh mal wieder um
ich steh um mich herum
es ist mir längst zu dumm
ich zieh mal wieder um

Was ist mit mir, den Körben voll Sorgen
ich werd sie verborgen, verpachten, verkaufen
doch keiner nimmt sie, nicht mal geschenkt
so schwenkt mein Leben in alte Bahnen
an neuen Plätzen, den Sorgen –
du kannst sie entwurzeln, versetzen,
zerstören, verletzen, verjagen,
verlassen kannst du sie nicht

Bis morgen früh leb ich mit mir
und ohne euch auf freier wilder Bahn
und fürcht schon jetzt um jene harte Nuss
um den Besitz, auch um den Überfluss

Ja ich, ich zieh mal wieder um
ich steh um mich herum
es ist mir längst zu dumm
ich zieh mal wieder um

Ich stell den Schreibtisch ab
das Bett und das Klavier
und schwör mal wieder: hier
hier ist jetzt mein Zuhaus’
hier ist jetzt mein Zuhaus’

Ja, dieses Lied ist wie für mich geschrieben. Alle 2 max. 3 Jahre zieh ich um.
Eine andere Freundin fotografierte mich für ihr Studium in einem leeren Zimmer, mit einem Koffer in der Hand.

"Das bist Du!" sagte sie, "immer auf dem Sprung".

Das ist mehr als 12 Jahre her und in dieser Zeit bin ich schon wieder 6 mal umgezogen.
Irgendwas stimmt doch mit mir nicht, frage ich mich so dann und wann.

Mein Vater sagte früher "Zigeunerweib" zu mir. Ich sollte mir doch einen Wohnwagen kaufen, das würde meiner Rastlosigkeit entgegen kommen.

"Irgendwann" dachte ich mir, "irgendwann werde ich mich verwurzeln und den Wunsch haben, einfach da zu bleiben."
Falsch gedacht. Mir sagte mal jemand: "Wenn Du zur Ruhe kommst, bist Du tot!".

Also weiter gehts. Weitere 50 ruhelose Jahre.

Bin ich das?

Montag, 21. Januar 2008

Tarot Jahreskarte

Zu Beginn des Jahres ziehe ich immer eine Karte aus dem großen Arkanum. Dieses Jahr war es der Eremit:
Wir sehen auf dieser Karte eine älteren Mann, der auf einem Berg steht und in das Tal hinabschaut.
Er stützt sich auf einem Stab ab und hält in der rechten Hand eine Lampe, dessen Flamme aus einem sechszackigen Stern besteht. Der Eremit hat sich aus der Zivilisation zurück gezogen. Dort hat er sehr viele Erfahrungen gesammelt und möchte sie jetzt in aller Ruhe verarbeiten. Zusätzlich hat er das Bestreben, sich selber in der Einsamkeit wieder zu finden. Die gesamte Karte ist in einem Grau gehalten. Grau ist der Farbausgleich der Farben schwarz und weis. Schwarz und weiß widerrum ist das Symbol, dass alles auf unsere Welt zwei Seiten hat und niemals perfekt ist.

Die Karte der Eremit symbolisiert die Weisheit und die Erfahrung, welche wir im Laufe unseres Lebens sammeln. Wenn Sie den Eremit als Tageskarte ziehen, werden Sie an diesem Tag von sehr vielen Gedanken begleitet. Sie haben viel Erfahrung gesammelt und setzen sie mit Bedacht ein. Sie wissen, dass ihre Mitmenschen sehr oft spontan und schnell reagieren. Aber viele Spontanreaktionen sind sehr unüberlegt und können einen erheblichen Schaden anrichten. Um diesen Schaden wieder zu reparieren, erfordert es sehr viel Arbeit und Energie. Diese Arbeit möchten sie sich sparen.

Wenn Sie z.B. schlecht gelaunt sind und ihren gesamten Frust am Partner auslassen, mag es Ihnen danach sofort besser gehen. Doch ihr Partner wird dieses Verhalten nicht akzeptieren und sich erheblich wehren. Die Folge ist, dass der gesamte Haussegen schief schief hängt.
Als Eremit in der Tageskarte werden sie ihre Laune so verarbeiten, dass Sie keinem weh tun. Das kann z.B. durch Sport, Erholung oder einem Hobby sein.

Deutung der Eremit = Weisheit, Gedanken, Vorsicht, älterer Mann, Großvater


Mh, das bedeutet wohl, dass ich in diesem Jahr gut überlegen soll, bevor ich was tue. Einfach in mich gehen...


Samstag, 12. Januar 2008

Laufen am See

Es war ein eisiger Wind heute morgen am See, puh, da macht das Laufen nicht so wirklich Spaß. Also, schnell warmlaufen und gut ist.
Gestern habe ich etwas gesehen, was mich schockiert hat: Unter dem Balkon eines Hauses, mühte sich ein Obdachloser hoch. Ich habe es fotografiert, leider kann man es schlecht erkennen.

Wenn ich mir vorstelle, wie man dort die Nacht verbringt... Lieber nicht. So leicht war er aber nicht zu erkennen, also an der Stelle relativ sicher, mitten in der Stadt.
Was Obdachlosen angetan wurde, haben wir ja erst in den letzten Tagen erfahren müssen.

Hier also das Foto und noch eins aus unserem Studiohaus, aus dem in den 80er Jahren bekannte Shows gesendet wurden.

Samstag, 5. Januar 2008

Neues Foto von gestern

In unserem Druckhaus gab es letzte Nacht eine Bombendrohung, das Gebäude musste während der Produktion evakuiert werden. Die Kolleginnen und Kollegen standen teilweise stundenlang in der Kälte. Der Druck wurde dann in Hagen gemacht. Heute morgen hatten die meisten Leute nur eine Notausgabe. Es war wohl falscher Alarm.

Was ist entsetzlich finde, ist die Tatsache, dass sich jetzt viele Abonnenten darüber beschweren, dass die den "vollen" Preis für die Ausgabe bezahlen. Kein Verständnis für die Angst der Menschen und die Bemühungen immerhin ein Produkt zeitnah zu liefern.

Ich frage mich immer öfter, was hier abgeht.

Zum Foto: Schreibtisch des Kollegen - gestern:



Montag, 5. November 2007

Stress pur

Ich hatte ein tolles Wochenende in der Pfalz. Viel lecker Wein, tolle Location, gute Gespräche und die Erkenntnis, dass die Menschen zueinander finden, die ähnlich denken.

Neuer Hirnstoff sorgt für gute Planung. Nur so geht es im Leben. Ein unendlicher Lernprozess und die Gewissheit, dass man mit seiner Einstellung nicht so verkehrt liegt.

Einen schönen Wochenanfang wünsche ich Euch

Mittwoch, 10. Oktober 2007

Mein Freund

Manchmal kehrt die Erinnerung zurück. Wie ein Vorschlaghammer ist sie da. Knallt durch meine Synapsen und lähmt meinen Körper.

Erst vor ein paar Tagen ging es mir so. Auslöser war der Blick auf den Rhein. Dieser wunderbare Ausblick auf einen „Lebensgefährten.“

Dieser Fluss, mit dem ich mich seit Kindertagen innigst verbunden fühle.
Meine Großeltern lebten in Rheinhausen, unweit des Rheins. Wenn ich dort war, ist mein Opa mit mir zum Rhein gegangen. Er hat mir die Schafherden gezeigt und mir erklärt, dass die Schiffe zur Nordsee fahren. Ich konnte mir nicht vorstellen, wie es ist an der Nordsee, ich war ja auch als Kind niemals dort.

Opa sprach mit dem Schäfer, der einen Hund hatte, dessen Hundegesicht zugewuchert war. Eine solche Rasse kannte ich nicht und war völlig aus dem Häuschen. Ich durfte ihn streicheln und war überglücklich. Einmal bin ich in einen Kuhfladen getreten. Ganz warm war das am Fuß und eklig.
Opa hat gelacht, mir die Sandale ausgezogen und sie im Rhein gesäubert. Oft standen wir am Rhein, sind durch die Wiesen gestreift und ich habe den Geschichten gelauscht. Opa hat flache Steine übers Wasser hopsen lassen und ich habe es so lange geübt, bis es auch bei mir geklappt hat.

Der Rhein war immer eine Heimat für mich. Als Jugendliche haben wir gezeltet in Budberg, Kanu gefahren sind wir auf dem Rhein.

Später als ich meinen ersten Freund hatte, sind wir oft zum Rhein gefahren, haben uns auf die alte Rampe gestellt und auf die andere Seite geschaut.
In Düsseldorf war der Rhein ein wenig anders. Für mich war die Hauptsache, daß ich einfach in der Nähe des Flusses gelebt habe.

Zu der Zeit, als ich so weit weg vom Rhein lebte, habe ich mich bei jeder Heimfahrt gefreut, endlich die Fenster des Wagens herunterkurbeln zu können. Dann, wenn ich die Rheinbrücke sah. Endlich den Rhein riechen. Endlich zuhause.

Erst dann habe ich gemerkt, was ich so vermißt habe. Meinen Rhein.

Wie oft haben wir dort gestanden, die Hochofenfeuer gesehen, merkwürdige Gestalten am Himmel, das leise Glucksen und Kichern unseres alten Freundes im Ohr.
Seine Worte haben sich eingebrannt. Ganz fest und für immer.

Immer wenn ich ihn wieder sehe, begrüßt er mich auf seine, mir so vertraute Art.
Opa liegt seit mehr als 25 Jahren begraben, direkt am Rhein. Für mich der schönste Friedhof der Welt. Ich war lange nicht dort. Wie schön muss es für ihn sein, nah bei unserem Freund zu sein.

Wie schön muss es sein, endlich mal wieder dort zu sein, an meinem Lieblingsplatz, den kaum einer kennt.

Dienstag, 9. Oktober 2007

Tage wie dieser..

Der Tag fängt schon nicht gut an, wenn die beste Flasche Wein, die man im Haus hat, herunterfällt.
Mit einem leichten Klirr fiel der Boden der Flasche ab und das kostbare Naß ergoß sich über den Küchenboden.
Wie ein roter Samtteppich floß der Douro unter meinen Weichholzschrank, der die rote Köstlichkeit gierig aufsaugte.
Im ersten Moment dachte ich: !Auffangen! Aber wie? Flaschensplitter, Küchenboden? Wer will das noch trinken?

Zweiter Gedanke: Schnell aufwischen. Aufnehmer und Eimer befinden sich auf dem Balkon und ich stand lediglich mit Unterwäsche bekleidet in der Küche. Egal.
Ich habe nicht darauf geachtet, ob mich Nachbarn sehen. Und wenn schon. Slip und BH haben die gleiche Farbe.

Wie schnell eine Flasche Wein im Eimer ist. Es hat mir Herzschmerz verursacht, den guten Wein, von dem es nur eine begrenzte Anzahl pro Jahr gibt, in einem Putzeimer zu sehen.

Wie ein blutiger See, der wunderbar traubig riecht, sah es aus. Ein rotgetränkter Aufnehmer gab Zeugnis über erfolgreiche Entfernung.

Statt in meinem Magen und in meinem Blut, landete das betörende Getränk in der Toilette.

"Fabelhafter" Wein, ich hatte nicht einmal die Chance von Dir zu kosten.

Als mir dann noch der Lippenstift abbrach wusste ich: Das wird kein guter Tag.

Donnerstag, 4. Oktober 2007

Die Geschichte der 0

Die 0 (NULL) ist sowohl eine Zahl, als auch eine Ziffer. Die Null ist das Symbol für das Nichtvorhandensein von Elementen oder Gegenständen.
Ist die NULL nun eine "gute" oder eine "schlechte" Ziffer, Zahl oder Wert?

Sie haben "NULL" neue Nachrichten
Null Nachrichten sind frustierend, ob auf dem Anrufbeantworter oder in den Nachrichtenboxen von Communities oder E-Mail-Konten.

NULL AUSLASSUNGEN (hier!)

Null, Nichts, Nada, Niente, Nothing, Nullkommanichts, ZERO!

Die Null zerstört eines Tages mein Leben. Ich sehe es bildlich vor mir! Erschlagen von einer riesigen NULL mit der Schlagzeile:
"Sie hatte keine Ahnung, was auf sie zukam...."

Zu "NULL" gespielt ist nicht gut beim Fußball.
NULL Diät bedeutet: NICHTS zu essen

Schön wäre es, wenn mir meine Waage einmal sagen würde: Sie haben NULL % Fett.
NULL % Finanzierung, da kauft man gerne,

Aufmerksam lese ich: Der Frischkäse hat 0 % Fett (und wahrscheinlich ebenso viel Geschmack)

Mein Null-Euro-Girokonto bedeutet nicht, daß es ratzeleer geräumt ist, sondern daß keinen einzigen Cent dafür bezahle!

Ist die Null doch nicht so schlecht?

Blutgruppe "0" ist kompatible zu vielen anderen (also gut!)
Null Fehler beim Diktat - Großartig (gut!)
Die Stunde NULL (gut oder schlecht?)

Nullen machen Millionäre oder Menschen zu armen Schluckern.

1 Euro Jobs, ohne Null, sind ziemlich übel.

10000000 Euro sind fantastisch!

So sind die Nullen, immer für eine Überraschung gut.

Freitag, 28. September 2007

Freitag

Es ist unglaublich, wie rasch die Woche vergeht. Heute ist schon wieder Freitag und ich bin recht geschafft.
Jeden Tag habe ich etwas anderes vorgehabt. Am Montagmorgen war ich schon um 7 Uhr im Wald und bin gelaufen.
Nach Feierabend habe ich mich drei anderen Frauen getroffen, zum "Kaffee testen". Das war, wie immer, sehr witzig, wir haben 3 verschiedene Cafés in Rüttenscheid abgeklappert.
Dienstag waren wir im Kino - "The Bourne Ultimatum". Ich fand den Film nicht so toll. Die Kameraführung hat mich total kirre gemacht, ich konnte überhaupt nicht mehr auf die Leinwand schauen, weil alles so wacklig war.
Die Actionszenen waren ja nicht schlecht, aber im Ganzen viel zu viele, die den Film nur unnötig in die Länge gezogen haben.
Den eigentlichen Handlungsstrang hätte man auch locker in Teil 1 und 2 unterbringen können.
Ich war enttäuscht.

Am Mittwoch waren wir beim XING Treffen im Unperfekthaus
Ich war restlos begeistert von der Idee, der Umsetzung und dieser Einrichtung überhaupt.
Richtig klasse und lohnenswert. Von der Dachterrasse aus, schaut man über Essen.

Die Preise für Getränke sind echt moderat - man zahlt 5,50 Euro und kann soviel Softdrinks, Tee und Kaffee in sich hineinschütten wie man mag.
Nette Gespräche und neue Bekanntschaften waren das Ergebnis des Abends.

Gestern dann war endlich mal Ruhe angesagt. Nach Feierabend noch schnell eine Runde im Wald und danach hat meine Badewanne gerufen! Nachdem ich damit fertig war, habe ich mich ins Bett gelegt, mit Buch und Rotwein.

Danach habe ich den Fernseher eingeschaltet und bin eingeschlafen, habe das Telefon nicht mehr gehört, weil ich eigentlich noch mit einer Freundin telefonieren wollte.

Heute morgen, völlig erschlagen, aber Freitag.

Der Freitag soll friedlich ausklingen, ohne Hektik oder Verpflichtungen. Morgen abend feiert meine Schwester ihren 50.ten Geburtstag. Ich freue mich schon darauf. Endlich sehe ich meine Geschwister und einige Verwandte wieder.

Ich wünsche Euch allen ein erholsames Wochenende!

Mittwoch, 19. September 2007

Kastanienplage

Vor "meinem" Haus stehen Kastanienbäume. Sie sind schon recht imposant. Im Frühjahr tragen die Äste so wunderbar dicke Knospen, die anschließend herrlich blühen. Danach ejakulieren sie gern auf die parkenden Wagen. Die Blätter entfalten sich wie Schmetterlinge, ganz jung und hellgrün entrollen sie sich schüchtern und noch ein wenig verknittert.

Es dauert nicht lange und sie strahlen in voller Pracht und sattem Grün. Dann sieht der Kastanienbaum so richtig königlich aus.
Jetzt bilden sich langsam die Früchte, man kann es gut während des Sommers beobachten.

Auf einmal fällt die erste stachelige Frucht auf den Boden und eine Rosskastanie kommt zum Vorschein. Die Kastanien sehen aus wie frisch poliert.
Als Kind fand ich Kastanien faszinierend. Man konnte Kastanienmännchen daraus basteln. Ich habe diese Dinger allerdings auch mit Vorliebe gesammelt und gehortet - einfach weil sie so schön aussehen.

Momentan prasseln die Kastanien vom Baum, nachts hört man ein wahres "Klong-Klong-Stakkato". Die parkenden Wagen werden erneut beworfen.



Die Straße liegt voller zerquetschen Kastanienfrüchten und leeren, stacheligen Hüllen.

Die ersten gelb-braunen Blätter fallen herab. Jetzt dauert es nicht mehr lange und der Baum ist komplett kahl.
Dann ist es Winter.

Welch ein Unterschied zur Sommerpracht.

Donnerstag, 6. September 2007

In Würde altern

Schaue ich mir meine Eltern an, die ja schon fast 80 Jahre alt sind, sehe ich eine ganz andere Generation.
Die letzten Kriegsjahre haben Sie noch mitbekommen. Angst, Verluste und Hunger kennen sie. Das hat geprägt.

Die Wirtschaftswunderzeit ist ihnen ebenfalls zuteil geworden. Heute, schon längst berentet, ist es für sie immer noch ein Luxus, sich etwas zu gönnen.

Im Keller hortet meine Mama kiloweise eingekochtes Obst. Birnen, Pflaumen – alles was sie bekommen kann.

Gelees und Marmeladen in alles Variationen belagern die Regale. Mindestens 10 Liter H-Milch bevorratet sie, ganz zu schweigen von dem riesigen Eisschrank, in dem Gefriergut für nachfolgende Generationen schlummert.

Aber auf die Idee, sich krampfhaft jung halten zu wollen, kommt meine Mama nicht, ebenso wie andere Frauen ihres Alters. Sie sind wie sie sind und das ist doch auch wunderbar

Schaue ich mir heute die Generation 21 Jahrhundert an, sehe ich lauter junge Menschen mit schönen Tätowierungen (ich habe selbst eine kleine), vielen Piercings und coolen Klamotten. Es wird munter operiert, gespritzt und nachgeholfen. Denn wenn man erst einmal 20 ist, wird es Zeit sich für das Leben zu präparieren. Wie oft hört man junge Frauen über ihre Oberweite jammern und darüber, dass sie sich nichts sehnlicher wünschen als Silikon unter der Haut. Lange Haare müssen her, kein Problem. Extension täuscht Fülle vor. Fett absaugen – warum nicht? Solange man noch junge genug ist, alles kein Problem.

Jetzt stellen wir uns bitte mal die ganzen mittellosen Rentner vor, die überfüllte Altenheime belagern. Das sitzen sie also mit ihren mittlerweile verblassten Tribals, verdeckt von faltiger Haut oder überschürzendem Fett. Ausgedehnte Arschgeweihe, die peinlich von Anti-Dekubituswindeln überdeckt werden und Piercings die im Laufe der Jahrzehnte hässliche, große Löcher hinterlassen haben. Silicon verhärtet oder verrutscht. Aufgespritzte Lippen sinken in sich zusammen. Extension hinterlässt kahle Stellen und zuviel Färben ist ungesund. Kleidung die einfach unpassend ist und der krampfhafte Versuch partout für jünger gehalten zu werden erregen doch nur Mitleid.

Es gibt keine Vorratshaltung mehr, Rente sowieso nicht. Es wird sein wie früher. Die die am meisten reden, am besten schleimen und ihre Unfähigkeit hinter alten Geschichten und Titeln verbergen können – die werden als erste abgefüttert.

Auch wenn ich manchmal darüber nachdenke, ob ich nicht auch einmal Geld für ein Lifting zur Seite legen muss, mich entsetzt über neue Besenreiser ärgere oder über die nachlassende Elastizität der Haut beklage: Ich möchte mir meinen eigenen peinlichen Anblick im Alter ersparen.

Lass sie doch alle als Sondermüll irgendwo landen. Meine sterblichen Überreste sind auf jeden Fall menschlich.

Mittwoch, 15. August 2007

Mord am Hauptbahnhof

Heute morgen habe ich in den Nachrichten gehört, daß am Duisburger Hauptbahnhof 6 Männer mit Kopfschüssen getötet wurden.
Ich habe mir die aktuellen Berichte und Fotos angeschaut und dabei festgestellt, daß sich die Tat genau an der Stelle ereignete, wo ich früher gewohnt habe. Und zwar GENAU vor meinen ehemaligen Haus.
Es ist eine wunderschöne Stadtvilla mit 4,50 m hohen Decken, die mit Stuck verziert sind. Die Wohnung war fast 140 qm groß und befand sich neben einem Park.
Die Gegend ist nicht schlecht, aber Hauptbahnhöfe ziehen gern subversives Pack an.
Der Park war auch sehr schön, wurde jedoch regelmässig versaut. Zerschlagene Flaschen, gebrauchte Spritzen und zerstörte Parkbänke waren an der Tagesordnung.

Täglich bin ich mit meinem Hund dort spazieren gegangen und immer war etwas anderes. Leider.
Ich kann sowas leider nur bedingt ignorieren. Ich ging mit dem Hund durch den Park und in einem Pavillon sassen Jugendliche und tranken Bier. Ist ja auch nicht verboten und mir relativ egal.
Auf einmal hörte ich Glas klirren und bin sofort zurück gelaufen.
Eine Flasche lag auf dem Boden. In Scherben. Ich habe die Jugendlichen zur Rede gestellt und aufgefordert, das Glas zu entsorgen.
In dem Fall waren die Jungs sehr verlegen und logen mich an, die Flasche wäre Ihnen aus der Hand gerutscht.
Ich habe erklärt, dass mein Hund schnell einmal in Glas treten könne und sich die Pfote aufschlitzt, das wäre ja nun nicht so schön. Brav haben sie das Glas eingesammelt. In dem Fall.
In den meisten anderern Fällen blieb Müll und Unrat zurück. Abgetretene Abfalleimer, zerstörte und beschmierte Bänke, Männer, die einfach gegen den Zaun zum Haus pinkelten usw.
Eines Abends hörte ich merkwürdige Geräusche und sah eine Horde Männer, die im Kreis zusammenstanden. Sie hatten einen Kassettenrekorder dabei und hörten Lieder, deren Text ich nicht erkennen konnte, aber anhand der Tonalität erkannte ich, daß es sich um rechtsradikal-nahe Bands handelte.
Eindeutig die Handbewegungen der Männer - Hitlergruß.
Ich war sehr wütend und habe die Polizei angerufen. Die kamen dann auch mit dem MOTORRAD in den Park. Zeit genug für das Pack, sich harmlos zu verhalten.
Ich beobachtete das ganze durchs Fenster. Kurzes Gespräch, Schulterzucken und weg war der Polizist.
Sie haben mich noch einmal angerufen und so getan, als wäre ich eine hysterische Denunziantin, was GENAU ich denn gehört habe.
"GENAU" konnte ich das nicht sagen, aber der Hitlergruß würde doch ausreichen, in Verbindung mit der Musik.
Das könnte ich nicht beweisen und ich sollte mir überlegen, wann ich beim nächsten Mal die Polizei rufe.
Das habe ich mir gemerkt.
Eine Woche später wurde ein 11jähriges Menschen im Park vergewaltigt.
Polizisten IN ZIVIL befragte die Passanten, mich ebenfalls. Ich habe ihnen dann die Geschichte erzählt und mich enttäuscht ob der mangelnden Ernsthaftigkeit gezeigt.
Die Antwort: "Es ist bekannt, dass sich hier und am Kaiserberg regelmässig Neonazis treffen."
Also ignorieren? Ich bekam keine eindeutige Antwort. Es gäbe so viele Meldungen, von Leuten, die das nicht einschätzen könnten. AHA, ich habe zum ersten und letzten Mal in meinem Leben die Polizei informiert.
Wegschauen? Alamieren? Was denn jetzt?

Freitag, 29. Juni 2007

Im Altenheim

Meine Mama ist momentan im Urlaub und da mein Papa etwas dement und hilflos ist, ist die einzige Alternative, ihn für kurze Zeit ins Altenheim zu geben.
Gestern hab ich ihn besucht. Mich bedrückt das immer sehr.
Er teilt sich das Zimmer mit einem anderen Mann, beide waren nicht auf ihrem Zimmer.
Im Aufenthaltsraum hab ich ihn dann entdeckt, er war beim Abendbrot. Eine Scheibe Brot mit Käse lag vor ihm.
ER hat sich gefreut mich zu sehen und stand direkt auf. Ich sagte, er solle doch erst zuende essen. "Ich mag doch keinen Käse!" Stimmt. Mochte er nie.
Auf seinen Rollator gestützt ging er vor mir in Richtung seines Zimmers. Die anderen alten Leute schauten nur, keiner sagte was, keiner verzog eine Miene.
Am Eingang zum Speiseraum stand ein Rollstuhl. Eine alte Frau kam uns entgegen und schaute mich bitterböse mit versteinerter Miene an. Mir blieb der Gruß im Hals stecken.
Als mein Vater an ihr vorbeiging, sagte sie, ganz gehässig: "Sie haben SO gemacht" und rappelte am Griff des Rollstuhls.
Mein Vater: "Hab ich gar nicht!"
Sie: "Doch, haben Sie!" und schaute ihn hasserfüllt an. Sie zischelte uns noch ein: "HAben Sie wohl gemacht!" hinterher.
Das Zimmer ist recht hell, mit einer großen Fensterbank. Ich habe mich dort draufgesetzt und mein Vater auf einen Stuhl gegenüber. Vor dem Fenster steht ein großer Fernsehsessel.

Wir unterhalten uns, so ganz dement ist mein Papa nicht. Er fragt zwar viermal hintereinander das Gleiche, aber er ist orientiert.
Die Tür geht auf und der Mitbewohner kommt herein.
Ein großer Mann mit irren, weitaufgerissenen unglaublich blauen Augen. Ich wette, er sah mal richtig gut aus.
Seine Hose ist total besudelt, ebenso sein Pulli. In den Mundwinkel klebten Speisereste.
Ich hab artig gegrüßt. Er sagt nix, starrt mich mit unbewegter Miene an und kommt auf mich zu.
Mir war das ganz unangenehm. Er hat sich in den Sessel gesetzt und starrt mich an. Ich sage zu meinem Vater: "Lass uns rausgehen, er will sicher ausruhen."
Papa und ich gehen raus und Papa sagt noch: "Na Jung! SCHÖN AUFPASSEN!" Ich musste lachen.
Wir haben uns dann vors Zimmer in eine Besucherecke gesetzt und er hat ein wenig erzählt.
Die Frau mit dem irren Blick ging ständig in ihr Zimmer und kam wieder raus.
Kommentar von meinem Vater: "Die hat doch einen Haschmich!"
Ich fragte ihm nach seinem Zimmergenossen, ob der mal was erzählt.
"Ja der brummelt sich was in den Bart, versteh ich aber nicht, der hat sie doch nicht alle auf der Latte. Wie alle hier. Schlimm ist das."

Wie gesagt, mein Vater ist auch nicht so ganz auf der Höhe, aber im Gegensatz zu den anderen doch eher einer von den fitten.

Ich bin noch eine Weile geblieben. Das Radio läuft recht laut und beschallt die Flure, aber die Bewohner sind ruhig.

Als ich gegangen bin, hatte ich ein bisschen schlechtes Gewissen und fühlte mich beklemmt. Es geht ihm sicher nicht schlecht dort.
Es ist trotzdem deprimierend..

Donnerstag, 14. Juni 2007

Das Internetz

Das Internet hat uns allen viele Neues gebracht, was früher undenkbar war.

Habt ihr schon mal Euren Namen gegoogelt? Ist wirklich interessant. Bei mir erscheint zuerst mein Weblog. Und die Stayfriend "Freundes-Suchmaschine".

EIn Kommentar über ein Blog von mir bei Myspace, tja und die Netzzeitung erwähnt mich lobenswert. Eine Kritik von mir auf einem Stummfilm Blog?
Don Alphonso hat mal über mich geschrieben auf Blogbar und im Rebellmarkt. Natürlich nichts positives.
Rezensionen von mir bei Amazon.
Klar bei XING bin ich auch.
Podblog.fr? Wie komme ich dorthin. Keine Ahnung.
Beim Tengelmann Lauf bin ich angemeldet, weiß jetzt auch jeder.

Ist ja schon fast unheimlich, was man über mich alles so herausbekommt. Nun denn.
Ich kann mir Musik auf einen I-Pod ziehen!
Diese elenden Mitschnitte auf Kassette aus dem Radio gehören der Vergangenheit an. Und die Musik bekomme ich außerdem aus dem Internet.
Gäbe es das Intenet nicht, hätte ich diesen Job hier nicht.
Und meinen Kerl hätte ich auch nie kennen gelernt. Und Katja nicht und Euch alle nicht.

Ich hätte nicht den tollen Zucchero Pulli für 50 Euro bei E-bay ersteigert.
Mithilfe von Google Earh kann ich überall hin glotzen. Ich kann mit Hilfe von Webcams gucken wie das Wetter in Heiligendamm ist und ich vor allem kann ich "networken". Klasse, oder?
Internet ist gut.

Die Kehrseite: Soviele doofe und beleidigende Sprüche habe ich noch nirgends anders gehört als im Internet.
Internet macht auch zuweilen einsam. Ich kenne viele Leute, die nicht mehr rausgehen, weil sie zocken, chatten oder dumpf downloaden.
Als Frau bekommt man leicht einen Männerhass, weil sich so viel verlogenes Kroppzeugs im Internet rumtreibt.
Früher hat man wahrscheinlich einfach nicht so viel herausbekommen.
Ehen gehen kaputt.
Kenn ich auch zig Stories. Er chattet im Internet und nimmt die weite, bunte Welt wahr. Wo sonst würde er Opfer finden? Sie im übrigen auch. Da tun sich beide nix.

Ist Internet doch böse? Was täte ich ohne?

Mittwoch, 6. Juni 2007

Kann man Pixel lieben?

Ich habe hier einen Hinweis darauf gefunden, wie man ein Tier adoptiert.
Völlig begeistert habe ich mir "Lupus" den Wolf ausgesucht, ihn erst adoptiert und in mein Blog adaptiert.

Da wohnt er jetzt.

Er wedelt mit dem Schwanz, macht "Sitz", heult den Mond an, spielt mit mir und verdrückt Unmengen von Kotletts, wenn ich ihn füttere. Ich vernachlässige ihn zeitweise.

Sobald ich die Seite besuche, begrüßt er mich erfreut und wartet auf die Abfütterung. Das mache ich gern. Geräuschvoll und schwanzwedelnd verspeist er die ihm dargebotenen Speisen.

Manchmal habe ich ein schlechtes Gewissen, weil ich mich so selten um ihn kümmere.

Das sind die Momente, in denen ich mich frage, ob ich vielleicht zu lange im "WWW" unterwegs bin!
Wieviele Pixel verträgt der Mensch in seinem Leben?
Muss ich vielleicht doch zu Second Life?

Es gibt ein Buch von Flann O´Brien: "Der dritte Polizist."

Flann wagt eine Molekül-Theorie, die behauptet, dass die Atome der Fahrräder sich mit der Zeit mit den Atomen seiner Besetzer austauschen. So werden Menschen zu Rädern und Räder nehmen menschliche Züge an.
Bin ich Beapixi?


PS: Bitte füttert ihn...